Betriebliches Mobilitätsmanagement

Als große Verkehrserzeuger und als Multiplikatoren für eine Vielzahl von Mitarbeiter/-innen und Kunden/-innen spielen Unternehmen eine zentrale Rolle im Mobilitätsmanagement. Schon einzelne Maßnahmen des betrieblichen Mobilitätsmanagement können sehr positive Effekte auf unternehmensinterner und kommunaler Ebene entfalten. Im Idealfall entsteht daraus eine Gesamtstrategie auf Unternehmensebene – insbesondere für größere Unternehmen ist diese übergeordnete Ebene sehr sinnvoll. Klassischerweise werden die Mitarbeitermobilität, das Dienstreise- und das Flottenmanagement betrachtet.

Der Impuls zu solchen Maßnahmen geht oftmals von Verkehrsproblemen wie Parkplatzmangel oder schlechter Erreichbarkeit für potenzielle Mitarbeiter/-innen aus. Da die Erreichbarkeit der Unternehmen ein zentraler Standortfaktor ist, stellt das betriebliche Mobilitätsmanagement ein wichtiges Handlungsfeld für die kommunale Wirtschaftsförderung dar.

Projekte und Aktionsprogramme

Das bundesweite Modellprojekt Mobil.Pro.Fit stellt die Verbindung zwischen kommunalen Klimaschutzsstrategien und betrieblichem Mobilitätsmanagement her. Ziele des Vorhabens sind die Umsetzung von nachhaltigen und klimafreundlichen Mobilitätsangeboten. In NRW gehören die Städteregion Aachen, das Ruhrgebiet mit den Städten Bochum, Bottrop, Essen, Gelsenkirchen und Herten sowie die Region Köln/Bonn zu den Modellregionen.

Nähere Informationen zu dem Projekt finden Sie auf der offiziellen Webseite von Mobil.Pro.Fit. 

2008 initiierten das Bundesumweltministerium und die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) mit "effizient mobil" ein zweijähriges Aktionsprogramm zum Mobilitätsmanagement. In bundesweit 15 Regionen wurden koordinierte Netzwerke aufgebaut. In NRW gab es insgesamt drei Modellregionen: Region Aachen, Region Ruhrgebiet und Region Köln/Bonn. Im Rahmen von "effizient mobil" erhielten 100 Akteure (Betriebe, Kommunen sowie andere lokale Akteure) eine kostenlose Mobilitätsmanagement-Erstberatung. Ziel dieser Beratungen war es, nach einer umfassenden Bestandsaufnahme ein Mobilitätsmanagementlonzept für die Umsetzung von Maßnahmen zu entwickeln. Eine Evaluation der Prozesse und eine Wirkungsabschätzung der Mobilitätsmanagementkonzepte des Programms hat mit einer abgeschätzten Einsparung von über 133 Millionen Pkw-Kilometern und 23.000 Tonnen CO2 pro Jahr ein großes Potential ergeben. Eine weitere wichtige Erkenntnis war, dass regionale Strukturen eine hohe Wichtigkeit haben und verstetigt werden sollten, da über diese Multiplikatoren viele Impulse zur Einrichtung und Umsetzung eines Mobilitätsmanagements erfolgen.

Nähere Informationen zu dem Projekt finden Sie auf der offziellen Webseite von "effizient mobil".

Die seit 2001 vom ADFC zusammen mit der AOK initiierte bundesweite Mitmachaktion Mit dem Rad zur Arbeit findet jährlich in den Sommermonaten Juni bis August statt. Sie richtet sich an alle Beschäftigten mit dem Ziel, möglichst viele Wege im Berufsverkehr mit dem Fahrrad zurückzulegen. Im Focus steht neben der Verkehrsentlastung vor allem der Gesundheitsaspekt durch die tägliche Bewegung auf dem Weg zur Arbeit. Aktionskalender mit Gewinnspielen sollen Beschäftigte zum Mitmachen animieren.

Die seit 2002 von der Europäischen Kommission und dem Klima-Bündnis initiierte Europäische Woche der Mobilität findet jedes Jahr Mitte September zu unterschiedlichen Schwerpunktthemen statt (2009:“Für ein besseres Klima in der Stadt“).

Im Rahmen dieser Aktionswoche wurde 2003 und 2004 der European Mobility Management Day EMMA, ein europaweiter Aktionstag zum Betrieblichen Mobilitätsmanagement, durchgeführt. Hier konnten Betriebe und Kommunen sowie weitere Partner erste Schritte zur Kooperation machen. Initiiert wurde dieser Tag durch das EU-Projekt EMMA, das die lokalen Partner bei ihren Aktivitäten durch Informationen, Materialien, einen Leitfaden und nationale Ansprechpartner in sechs Ländern unterstützte. Für Deutschland fungierte das ILS NRW als nationaler Ansprechpartner.