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Eigenständigkeit lernt man nicht auf der Rückbank

Geh-Spaß statt Elterntaxi

Kinder erleben ihren Alltag zu Fuß, mit dem Rad oder Roller ganz anders als durch das Autofenster. Elterntaxis gehören aber längst zum allmorgendlichen Schulverkehr und stellen Kommunen zunehmend vor das Problem, die Verkehrssicherheit der Kinder, aber auch der übrigen Verkehrsteilnehmer*innen und Anwohner*innen, zu gewährleisten. Ein wirksamer Schutz der Jüngsten wird von den Eltern oft nicht berücksichtigt: die Eigenständigkeit. Denn Verkehrskompetenzen lernt man nicht vom Rücksitz des elterlichen Autos. Auch Kommunen sind gefordert, ihren Beitrag zu einer sicheren und nachhaltigen Mobilität von Kindern zu leisten.

Falsches Sicherheitsverständnis

Autoverkehr schützt Kinder nicht

Viele Eltern möchten ihre Kinder mit dem Auto bis vor die Schule fahren, damit sie sicher ankommen. Doch das Gegenteil ist der Fall. Denn der Autoverkehr vor der Schule gefährdet die Kinder noch mehr. Durch Rückstau, Gedränge im Halteverbot und mitten auf der Straße aussteigende Kinder entsteht schnell Chaos. Chaos, in dem Kinder leicht übersehen werden. Die Aufgabe des Schulischen Mobilitätsmanagements ist es, Angebote zu schaffen, die diesen „Teufelskreis“ durchbrechen.

Zahlen belegen diese Notwendigkeit. Während in den 1970er Jahren noch 90 Prozent aller Kinder zu Fuß oder per Fahrrad zur Grundschule kamen, sind es heute nur noch gut 30 Prozent. Eltern halten den Schulweg für zu gefährlich und fahren ihre Kinder lieber mit dem PKW zur Schule. Damit sorgen sie wiederum unabsichtlich für gefährliche Verkehrssituationen – ein Teufelskreis.

Eigenständige Kinder - beruhigte Eltern

Schulisches Mobilitätsmanagement

Kinder sollen sich sicher und frei in ihrem Umfeld bewegen können. Grundvoraussetzung dafür sind verkehrssichere Wege, damit Eltern ihre Kinder ohne Sorge alleine unterwegs sein lassen. Hier setzt das Schulische Mobilitätsmanagement an. In Anknüpfung an die traditionelle Verkehrserziehung wird es auch neueren Anforderungen wie der Mobilitätsbildung gerecht. Dabei werden immer verschiedene Akteure wie Schulen, Eltern und Kinder mit einbezogen. Durch ein abgestimmtes Vorgehen fühlen sich alle Beteiligten mitgenommen und können so gemeinsam verkehrssichere Wege schaffen.

Kinder zeigen selbst wo es hakt

Geh-Spaß statt Elterntaxi

„Geh-Spaß statt Elterntaxi“ ist ein vielfach erprobtes und effektives Instrument, um Kindern einen sicheren und eigenständigen Schulweg zu ermöglichen. Das ganzheitliche Schulwegkonzept besteht aus drei Bausteinen, die infrastrukturelle Maßnahmen mit bewegungsfördernden Programmen für Schulen kombinieren:

  • Auf STREIFZÜGEN helfen Kinder den verantwortlichen Planern der Kommunen, die Gefahren auf dem Schulweg zu identifizieren und zu lösen.
  • Das VERKEHRSZÄHMER Programm mit Belohnungssystem im Unterricht bestärkt die Kinder gleichzeitig darin, ihre Wege nicht mit dem Auto zurückzulegen. Dafür erhalten sie Zaubersterne, die im Klassenverbund gesammelt und gegen eine Belohnung eingelöst werden. Festgelegte Spielregeln garantieren, dass kein Kind benachteiligt wird.
  • Der dritte Baustein des Programms zielt auf Eltern ab. Die Kommune richtet zusätzlich ELTERNHALTESTELLEN ein, um gefährliche Hol- und Bringverkehre an den Schulen zu entschärfen und den Kindern so Freiraum zu geben.

Mehr als 30 Kommunen in NRW haben das Programm mit unserer Hilfe schon umgesetzt. Städte wie Waltrop oder Gummersbach haben ein flächendeckendes Schulisches Mobilitätsmanagementkonzept auf den Weg gebracht. Das spart nicht nur Nerven für Eltern und Kinder, sondern senkt auch die CO2-Bilanz der Kommunen.