Nordrhein-Westfalen gibt 100 Millionen Euro für die Modellvorhaben Emissionsfreie Innenstadt und den schnellen Ausbau der Elektromobilität

Um die Innenstädte von Emissionen zu entlasten, unterstützt das Wirtschaftsministerium die Kommunen bei der Entwicklung innovativer Mobilitätskonzepte. In der ersten Runde des Wettbewerbs Emissionsfreie Innenstadt erhielt die Stadt Bonn den Zuschlag und wird nun mit maximal zehn Millionen Euro gefördert. Die Jury überzeugten Pläne zum Ausbau multimodaler Mobilstationen ebenso wie Maßnahmen zur Stärkung der Nah- und Elektromobilität. Teil des Bonner Konzepts ist der Ausbau des Ladesäulennetzes für E-Bikes sowie E-Autos und -Nutzfahrzeuge. In der zweiten Runde im November wählt die Jury weitere Kommunen aus, die insgesamt 30 Millionen Euro erhalten können.

Zusätzlich zu diesen insgesamt 40 Millionen Euro hat der Förderaufruf "Kommunaler Klimaschutz" einen "allgemeinen Teil", für den sich Kreise, Städte und Gemeinden bewerben konnten. Dieser Teil umfasst weitere 60 Millionen Euro Fördersumme aus EU- und Landesmitteln.

Der Projektaufruf war inhaltlich offen formuliert. Bewerben konnten sich Kommunen, die ein Klimaschutzkonzept besitzen. Darüber hinaus müssen die Maßnahmen integriert sein. Denkbar sind neue Lösungen für Intermodalität wie Mobilitätsknotenpunkte. Förderfähig sind auch digitale Systeme für das Mobilitätsmanagement und alternative Antriebe.

Das Land will auf diese Weise CO2-Emissionen senken. Dies geht mit einer Verringerung des Stickoxid-Ausstoßes einher, leistet einen Beitrag zur Luftreinhaltung und erhöht die Lebensqualität in den Innenstädten. Für das Modellvorhaben stehen 2017 und 2018 insgesamt 80 Millionen Euro zur Verfügung.

Ergänzend wird ab Herbst 2017 ein „Sofortprogramm Elektromobilität“ für Kommunen, Handwerker, Unternehmen und Privatpersonen aufgelegt. Gefördert werden Ladeinfrastrukturen, sowohl Wallboxen als auch Ladesäulen. Darüber hinaus profitieren Kommunen bei der Umrüstung ihrer Fahrzeugflotten auf Elektro-Antriebe. Insgesamt sind für das Sofortprogramm 20 Millionen Euro eingeplant.

Die Pressemitteilung der NRW-Landesregierung finden Sie hier.

In dem zum Förderaufruf verfassten Exposé der Stadt Bonn wurden "Sieben Bausteine für die Emissionsfreie Innenstadt" entwickelt. Dabei spielen Mobilstationen in unterschiedlichen Ausbaustandards eine wichtige Rolle. Neben der Mobilität der Menschen steht auch die emissionsfreie Abwicklung des Warenverkehrs im Fokus. Daher sollen Stationen entwickelt werden, die Warenabholung durch Kunden oder deren Weiterverteilung mittels e-Lastenrädern oder E-Nutzfahrzeug ermöglichen. Weitere Bausteine befassen sich mit dem Thema "E-Taxis", E-Fahrzeuge für Stadt und stadteigene Gesellschaften, City-Rad-Schnellrouten und schließlich die Nutzung der neuen rechtlichen Möglichkeiten, Elektrofahrzeugen im öffentlichen Straßenraum besondere Angebote zu machen ("Aktivraum E-Mobil").

Das Konzept knüpft an Aussagen des integrierten Klimaschutz- und Klimafolgenanpassungskonzept (IKSK) von 2013 und dort schon bereits verankerte Maßnahmen an. Im Rahmen der Förderung, die über drei Jahre laufen wird, soll eine Initialzündung für die Umsetzung der auf eine Laufzeit von circa 15 Jahren angesetzten Strategie erzielt werden.

Die Stadt Bonn kooperiert in diesem Projekt u.a. mit der Koordinierungsstelle Rheinland vom Zukunftsnetz Mobiklität NRW, der Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) sowie der Nahverkehr Rheinland (NVR).

Die Pressemitteilung der Stadt Bonn finden Sie hier.

01.09.17 | Allgemein, Kommunales Mobilitätsmanagement, Ländlicher Raum, Stadtplanung, Vernetzte Mobilität