Schulisches Mobilitätsmanagement und Angebote für Kinder

Vielerorts werden durch den Trend zum „transportierten Kind“ die Bewegungsmöglichkeiten für Kinder immer weiter eingeschränkt. Die Auswirkungen auf Koordinationsfähigkeit, Körperhaltung und Körpergewicht sowie die sozialen Auswirkungen sind deutlich. Der Schule kommt bei Maßnahmen zur sicheren Gestaltung von Kinderwegen und Kinderräumen eine zentrale Doppelrolle zu – als Vermittlungs- und Lehrort für Wissen, aber auch als Verkehrserzeuger.

Durch entsprechende Programme und praktische Maßnahmen können Kinder früh lernen, dass sich Mobilität sehr vielfältig gestalten lässt. Die klassische Verkehrserziehung wird ergänzt durch Inhalte zu Mobilität und Verkehr im Sinne der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung. Die heute im Kindes- und Jugendalter erworbenen Mobilitätskompetenzen wirken sich darauf aus, wie die Erwachsenen der Zukunft mobil sein werden.

Neben der Behandlung im Unterricht stellen die Wege zur Schule ebenfalls ein wichtiges Handlungsfeld des schulischen Mobilitätsmanagements dar. Hier sind auch die Kommunen in ihrer Rolle als Schulträger, als Straßenverkehrsbehörden sowie als Akteure der Sozial-, Stadt- und Verkehrsplanung gefordert. Durch abgestimmtes Vorgehen kann ein wesentlicher Beitrag zu einer sicheren, nachhaltigen Mobilität für die Jüngeren geleistet werden.

Das Zukunftsnetz Mobilität NRW fördert das selbständige und sichere Unterwegssein von Kindern im Sinne einer nachhaltigen Mobilitätsentwicklung. Die Förderung des Radfahrens ist ein wesentlicher Teil der Bildung für nachhaltige Entwicklung. Klar ist: Kinder wollen sich bewegen! Wer diese Motivation zu nutzen weiß und sich an neue attraktive Unterrichtskonzepte wagt, kann viel am Mobilitätsverhalten der Kinder verändern.

Gemeinsam mit der Deutschen Sporthochschule Köln hat das Zukunftsnetz Mobilität NRW im Jahr 2014 das Konzept "Radfahren in der Grundschule" entwickelt. Es besteht aus einer Online-Plattform und einer praxisorietierten Fortbildung für Grundschullehrer_innen.

Das Online-Portal "Radfahren in der Grundschule" richtet sich an Lehrerinnen und Lehrer an Grundschulen, die bereits Erfahrungen mit den Themen Fahrradtraining und Fahrradausbildung gemacht haben oder neu in die Mobilitätsbildung einsteigen möchten. Ziel ist die Verbesserung der Radfertigkeiten durch Aufgaben und Spiele mit dem viel Freude und Bewegungszeit auf dem Rad. Auf der Webseite finden Lehrerinnen und Lehrer methodische und praktische Unterstützung, eine Schulklasse sicher mit und auf dem Rad zu bewegen.

Hier finden Sie den Flyer zur Online-Plattform.

In der eintägigen Fortbildung vermitteln Radfahrexperten Übungen und Spiele, Ideen für einen Fahrradparcours, Rechtswissen, Sicherheitstipps und Hintergrundwissen zu Radtouren. Auch eine Schulklasse auf dem Rad kann beobachtet werden. Schwerpunkt ist jedoch das eigene „erfahren“ der Übungen. Mit diesem Handwerkszeug können Pädagogen ein kindgerechtes Training in der Schule anbieten.

Das „Verkehrszähmer-Programm“ ist ein ganzheitliches Schulwegkonzept für Grundschulen. Ziel ist, dass wieder mehr Kinder zu Fuß zur Schule gehen und lernen selbstständig, sicher und eigenverantwortlich mobil zu sein. Das Programm leistet damit einen Beitrag zur Bildung für eine nachhaltige Entwicklung.

Die  Schülerinnen und Schüler können als „Verkehrszähmer“ die „gefährlichen Drachenautos“ bändigen, indem sie auf das „Elterntaxi“ verzichten und alleine oder in Gruppen zu Fuß  zur Schule gehen.

Dafür erhalten die Kinder „Zaubersterne“, die sie gemeinsam beispielsweise gegen verlängerte Pausen oder Spielstunden eintauschen können.

Gerne unterstützen die Koordinierungsstellen bei der Einführung des „Verkehrszähmer-Programms“ an Ihrer Schule bzw. in Ihrer Kommune.

Zur weiteren Information finden Sie den Infoflyer und den Leitfaden "Verkehrszähmer" hier zum Download.

Im Herbst 2014 startete NRW-Verkehrsminister Michael Groschek die Kampagne „Mehr Freiraum für Kinder. Ein Gewinn für alle!“. Ziel war und ist es, Kommunen und Landkreise in Nordrhein-Westfalen zu motivieren, Kindern wieder mehr sicheren Spiel- und Bewegungsraum in der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Denn viele Studien zeigen: Kinder, die sich frei bewegen und ihre Wege alleine zurücklegen können, sind gesund, selbstbewusst und sozialkompetent.

In einer ersten Förderperiode, die von 2015 bis 2016 lief, wurden zehn Kommunen in NRW (Alfter, Bergisch Gladbach, Bielefeld, Bonn, Bottrop, Duisburg, Essen, Euskirchen, Oberhausen und Rommerskirchen) sowohl bei der Umsetzung kleinräumiger oder temporärer Maßnahmen als auch bei der Entwicklung umfassender planerischer Ansätze durch das Planungsbüro STADTKINDER und die Koordinierungsstellen des Zukunftsnetz Mobilität NRW unterstützt. Zwölf weitere Kommunen (Bad Driburg, Bad Münstereifel, Bocholt, Bornheim, Brühl, Ibbenbühren, Jülich, Marl, Merzenich, Mülheim a. d. R., Soest und Waldbröl) erhalten seit 2016 eine individuelle Begleitung bei der Entwicklung von Konzepten für eine kinderfreundliche Stadt- und Verkehrsgestaltung.

Die Broschüre zu dieser Landeskampagne finden Sie hier: http://www.zukunftsnetz-mobilitaet.nrw.de/sites/default/files/downloads/vrs_kinderraume_leitfaden_nachdruck_2015_web.pdf

Bei einem Fachaustausch am 06. April 2017 in Düsseldorf stellten die zehn Kommunen der ersten Förderperiode der Kampagne „Mehr Freiraum für Kinder“ die Schwerpunkte ihrer Konzepte und bereits umgesetzte Maßnahmen vor. Die Steckbriefe der teilnehmenden Kommunen mit Informationen zum Projektverlauf sowie eine Kurzdokumentation der Veranstaltung am 06. April 2017 finden Sie hier: http://www.zukunftsnetz-mobilitaet.nrw.de/infothek/aktuelles/mehr-freiraum-fuer-kinder-ergebnisse-der-ersten-foerderperiode

Im Rahmen der Kampagne „Mehr Freiraum für Kinder – Ein Gewinn für alle!“ (siehe auch: www.mehr-freiraum-fuer-kinder.de) ist der Leitfaden „Spielstraßen auf Zeit“ erschienen. Sie finden ihn zum Download hier: http://www.zukunftsnetz-mobilitaet.nrw.de/sites/default/files/downloads/vrs_handreichung_final_web.pdf

Weitere Informationen zu Hintergründen und Inhalten der Kampagne sowie zu den (Zwischen-)Ergebnissen aus den betreuten Kommunen sind online unter www.mehr-freiraum-fuer-kinder.de verfügbar.

Worum es bei der Kampagne „Mehr Freiraum für Kinder“ geht:

Ein breiter Gehweg, ein ruhiger Straßenabschnitt, eine Wiese, ein Innenhof oder ein Garagenvorplatz: Sobald eine freie Fläche zur Verfügung steht, nehmen Kinder sie in Besitz und machen sie zum Spielraum. Fernsehen, Computer oder Playstation verlieren ihren Reiz, wenn draußen etwas los ist, Bälle fliegen oder die Straßenkreide ausgepackt wird.
Viele Kommunen in Nordrhein-Westfalen haben bereits angefangen, sichere Spiel- und Bewegungsräume für ihre Kinder zu schaffen und zurückzuerobern. Der Arbeitskreis Verkehrssicherheit des Landes NRW unterstützt und verstärkt dieses Engagement nun mit der Kampagne „Mehr Freiraum für Kinder. Ein Gewinn für alle!“ Ziel der Kampagne ist es, die Bedeutung des Themas hervorzuheben und Kommunen darin zu unterstützen, Kinderinteressen bei allen Planungsmaßnahmen zu berücksichtigen. Dafür möchte der Arbeitskreis gute Initiativen bekannter machen und einfache Maßnahmen vorstellen.

Die offizielle Internetpräsentation dieser Landeskampagne finden Sie hier.

Kinderunfallkommissionen – auch Netzwerke zur Reduzierung von Kinderunfällen, Runder Tische Kindersicherheit etc. genannt - sind die Lobby für Kinder in Mobilitätsfragen auf kommunaler Ebene. Sie setzen sich zusammen aus Mitarbeitern der Kommunalverwaltung, der Polizei, den Schulen sowie Privatpersonen oder anderen Gruppen und sind daher das Kompetenzteam zur Förderung einer sicheren und eigenständigen Kindermobilität.

Die Geschäftsstelle des „Zukunftsnetz Mobilität NRW“ ist gleichzeitig auch Geschäftsstelle für das seit 2005 jährlich stattfindende bundesweite Treffen der Kinderunfallkommissionen. Hier treffen sich regelmäßig die Mitglieder bestehender Netzwerke sowie weitere Interessierte zum Erfahrungsaustausch.

Das zwölfte Treffen, welches im November 2016 im Verkehrsministerium in Düsseldorf stattfand, stand unter dem Motto „StVO und Kinderinteressen – Chancen und Grenzen einer kinderfreundlichen Verkehrsraumgestaltung“. Die Vorträge und einige Impressionen der Veranstaltung finden Sie unter folgendem Link: https://my.syncplicity.com/share/uxkydemzknoaiof/Dokumentation%20Treffen%20KiUK%202016

Chefsache: Kinder sicher unterwegs“ war der Titel des elften bundesweiten Treffens der Kinderunfallkommissionen im November 2015 in Brühl. Die Tagungsdokumentation finden Sie hier: https://my.syncplicity.com/share/iwlakctobodht9o/KIUK_2015_Tagungsdokumentation

 

Die Wirksamkeit der Verkehrssicherheitsarbeit bei Kindern und Jugendlichen hängt entscheidend davon ab, dass auf lokaler Ebene gute und umfassende Zusammenarbeit geleistet wird.  Um den Kommunen Unterstützungshilfe zum Aufbau einer vernetzen Zusammenarbeit zu bieten, hat die Geschäftsstelle die „Handlungsempfehlungen zur Einrichtung von Kinderunfallkommissionen“ herausgegeben. Schritt für Schritt wird hier erklärt, wie die Institutionalisierung einer Kinderunfallkommission gelingen kann, um Kindern und Jugendlichen eine sichere und selbstständige Mobilität in den Kommunen zu ermöglichen. Den Download finden Sie hier: http://www.zukunftsnetz-mobilitaet.nrw.de/sites/default/files/downloads/2015_kiuk_handlungsempfehlungen.pdf

 

Bei Fragen zur Arbeit von Kinderunfallkommissionen, zu den bundesweiten Treffen oder bei Interesse an der Dokumentation früherer Veranstaltungen, können Sie sich direkt an die Geschäftsstelle für das bundesweite Treffen der KIUK wenden.

Schulischem Mobilitätsmanagement kommt immer mehr eine pädagogische Bedeutung zu. Da die Schülerinnen und Schüler die mobilen Menschen von morgen sind, sollte frühzeitig damit begonnen werden, eine bewusste Verkehrsmittelwahl zu treffen. Ziel von Mobilität im Schulunterricht ist, dass der Verkehr von und zu Schulen sicherer, gesünder, sozialverträglicher und umweltfreundlicher gestaltet werden. Mobilitätsmuster die bereits in der Schule angeeignet werden, bleiben meist fürs ganze Leben.

Die Mobilitätsgewohnheiten der Schülerinnen und Schüler haben sich verändert, viele Kinder werden mit dem Auto zur Schule gebracht oder nutzen den öffentlichen Verkehr. Immer weniger gehen zu Fuß oder fahren mit dem Fahrrad. Die negativen Folgen von Bewegungsmangel bei Kindern gewinnen immer mehr an Bedeutung und nehmen Einfluss auf die Entwicklung unserer Kinder. Daher ist eine Verankerung des Themas Mobilität in der Schule eine wichtige Aufgabe.

Ein wichtiger Grundbaustein für ein gelungenes Mobilitätsmanagement an Schulen ist die Organisation und Koordination von Maßnahmen für einen selbständigen, sicheren Schulweg.
Nach britischem und US-amerikanischem Vorbild organisierte Schulweg-Begleitservices sind insbesondere für Grundschüler/-innen geeignet und erhöhen die Sicherheit auf dem Schulweg. Ein Modell ist das der "Ameisen" oder des "Walking Bus", bei dem ein Kind mit einem Elternteil zu Fuß zur Schule startet. Beide "sammeln" auf dem Schulweg andere in der Nähe wohnende Kinder ein und gehen gemeinsam zur Schule. Die Sicherheit der Kinder und die Identifikation mit der Gruppe kann durch signalfarbene Capes noch gesteigert werden, die gleichzeitig dem Regenschutz dienen. Die Begleitperson kann täglich oder wöchentlich wechseln.

Für die Klassen 4 bis 7 ist das Modell für das Fahrrad adaptiert worden. Radfahrgemeinschaften können insbesondere in den ersten Schuljahren der weiterführenden Schule für einen selbstständigen, sicheren, aber bewegungsreichen Schulweg sorgen.

Um für weiter von der Schule entfernt wohnende Schüler/-innen den Schulweg mit dem Öffentlichen Verkehr (ÖV) attraktiver zu gestalten, sollten Unterrichtsbeginn und ÖV-Fahrplan aufeinander abgestimmt werden. Ebenso sollte ihnen im Schulgebäude ein attraktiver Arbeits- und Aufenthaltsraum zur Verfügung gestellt werden, in dem Freistunden oder die Wartezeit auf den nächsten Bus verbracht werden können. Ein solcher Arbeitsraum mit ruhiger Atmosphäre bietet sich auch für Lehrer/-innen an, um die Nutzung des ÖV zu einer umweltbewussten Alternative zu machen.

Damit eine Nutzung der Verkehrsmittel des Umweltverbundes finanziell attraktiver ist, sind die rechtlichen Möglichkeiten der Schulwegkostenerstattung (je nach Bundesland unterschiedlich) zu ihren Gunsten auszuschöpfen. Oft bieten die ansässigen Verkehrsbetriebe ein spezielles Schülerticket mit Freizeitnutzen, das für Anspruchsberechtigte zum Teil über die Schulwegkostenerstattung finanziert wird, aber auch für andere Schüler/-innen durch einen niedrigen Abopreis attraktiv ist, an. Auch für die Lehrer/-innen und sonstige Beschäftigte der Schule kann in Verkehrsverbünden über die städtische Verwaltung ein vergünstigtes Jobticket angeboten werden.

Wenn der öffentliche Verkehr für Schülerinnen, Schüler und Lehrer keine Alternative zum Auto bietet, kann die Schule Fahrgemeinschaftsbildung, beispielsweise durch Fahrgemeinschaftsbörsen am „Schwarzen Brett“, fördern.Dies gilt auch für "Bringdienste" der Eltern, wenn ein Transport der Kinder per Auto zur Schule unvermeidlich erscheint.

Überprüft werden sollten die Park- und Halteregelungen im Schulumfeld. Bereiche, in denen Schüler/-innen den Gehweg nutzen oder die Straße queren, müssen großräumig freigehalten werden, um eine gute Sicht der Schüler/-innen und auf die Schüler/-innen zu gewährleisten. Für die schuleigenen Parkplätze sollte ein Parkraummanagement eingeführt werden. Parkberechtigungen können bevorzugt an Lehrer/-innen und Schüler/-innen ausgegeben werden, denen aufgrund ihres Wohnorts keine geeignete Verkehrsmittelalternative zum Auto zur Verfügung steht.

Der schulinterne Mobilitätsbedarf (z. B. Besorgungsfahrten des Hausmeisters) ist in vielen Fällen ebenso schnell und zuverlässig mit dem Fahrrad abzudecken. Zu diesem Zweck sollten schuleigene Fahrräder bereitgehalten werden. In größerer Anzahl ist dies bei verschiedenen Schulstandorten und einem Lehrerwechsel während der Unterrichtszeit notwendig. Wenn einmal größere Mengen transportiert werden müssen, können die Besorgungsfahrten gebündelt abgewickelt werden.

Ein weiteres Handlungsfeld ist die Organisation von Klassenausflügen und -reisen mit dem ÖV. Eine Verknüpfung des Ausfluges mit Mobilitätserziehung im Unterricht bietet sich an. Ein Klassenausflug mit dem Fahrrad kann leichter organisiert werden, wenn für Schüler/-innen ohne eigenes Fahrrad schuleigene Fahrräder zur Verfügung stehen, die auch für das Radfahrtraining genutzt werden können.

Eine hohe Bedeutung bei der Implementierung von Mobilitätsmanagement an Schulen kommt der Öffentlichkeitsarbeit und Bildung zu.
Wichtiges Prinzip ist es, Schule und Unterricht weiter zu öffnen. Zur Mobilitätserziehung gehört dazu, Kooperationsangebote von Verkehrsunternehmen wahrzunehmen. Durch Aktionstage oder Projektwochen kann das Thema -Mobilität- zu einem festen Termin schwerpunktmäßig behandelt werden.

Um Mobilitätsmanagement und Verkehrserziehung in der Schule präsent zu machen, sollten sich Lehrer/-innen ihrer Vorbildfunktion bewusst sein und möglichst selbst zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit Bus und Bahn zur Schule kommen. Weiterhin sollten diese Verkehrsmittel auch bei Ausflügen und Klassenfahrten den Vorzug vor eigens gemieteten Reisebussen oder privat organisierten Autos bekommen.
Ein Beispiel ist die europaweite Aktionswoche "I walk to school - Zu Fuß zur Schule", die jedes Jahr Anfang Oktober stattfindet. Zu diesem Termin werden an Schulen in ganz Europa Aktionen zum Zu-Fuß-gehen veranstaltet und das Thema der Öffentlichkeit nahe gebracht.

Neben dem Unterricht können verschiedene Maßnahmen dazu dienen,  die Schüler/-innen über das Thema Mobilitätsmanagement zu informieren. Am schwarzen Brett können aktuelle Informationen veröffentlicht werden. Auch die Einrichtung einer Börse für gemeinsame Schulwege ist sinnvoll. Hier können Eltern Verabredungen für Bring- und Abholdienste treffen oder die Schüler/-innen sich verabreden, um gemeinsam zur Schule zu gehen. Ebenso sollten die Mobilitätsinformationen auf der Schulhomepage verankert werden und ein Informationsschreiben zu Beginn eines neuen Schuljahres kann das Thema aufgreifen.

Einen Schritt weiter geht die persönliche Mobilitätsberatung. Diese informiert individuell über Möglichkeiten, den Schulweg sicher zurück zu legen. Durch die persönliche Beratung wird eine hohe Informationsqualität gewährleistet.

Mobilitätsmanagement ist ein Handlungsfeld, das stark von Beteiligung und Kooperation abhängig ist. In der Schule müssen viele Partner zusammenarbeiten und kooperieren, um ein erfolgreiches Mobilitätsmanagement durchführen zu können.

 

Schulleitung

Um ein Mobilitätsmanagement in der Schule einzuführen ist es wichtig, dass die Schulleitung als Instanz zwischen Schulträger und Schulgemeinde agiert. Die Schulleitung kann den Kontakt zu Schulträger und Gebietskörperschaften herstellen, einen Ansprechpartner für das Themenfeld in der Schule benennen, mit den Verkehrsunternehmen Fahrpläne und Schulbeginn abstimmen oder Unternehmen als Sponsoren gewinnen. Über die Schulkonferenz kann das Thema "Mobilitätsmanagement" an die Elternschaft und über Konferenzen auf Ebene der Schulämter an andere Schulen transportiert werden. Darüber hinaus ist die Schulleitung als Vorbild für die Schulgemeinde und als Repräsentantin der Schule, z. B. über die Presse nach außen, von Bedeutung. Die Lehrerinnen und Lehrer können das Thema in den Unterricht integrieren. Dabei können Mobilitätsthemen in vielen Unterrichtsbereichen, vom Sachunterricht über den Mathematik- und Deutschunterricht bis zum Gesellschafts- und Religions-/Ethikunterricht, aufgegriffen werden. Empfehlenswerte Unterrichtsmaterialien für unterschiedliche Altersgruppen und Unterrichtsfächer werden bei den Lehrmaterialien dargestellt. Bei Klassenausflügen und -fahrten sollte die Nutzung des Umweltverbundes von den Lehrkräften als selbstverständlich angesehen werden. Des weiteren können Lehrerinnen und Lehrer als Vorbild agieren und selbst mit öffentlichen Verkehrsmitteln, zu Fuß oder mit dem Rad zur Schule fahren.

 

Schülerinnen und Schüler

Die Schülerinnen und Schüler sind Ziel sowie Gestalter für das Mobilitätsmanagement. Im Unterricht, bei Aktionen und Projekttagen, der Planung von Klassenausflügen und –fahrten und der Erstellung von Schulwegeplänen sind sie aktiv dabei. Ältere Schüler können hierbei die Jüngeren unterstützen und eine Vorbildfunktion einnehmen.

 

Eltern

Eltern sind wichtig, um die im schulischen Mobilitätsmanagement an ihre Kinder herangetragenen Inhalte zu fördern und zu unterstützen. Die Wünsche der Kinder bezüglich des Schulweges sollten berücksichtigt werden - dabei ist es wichtig, dass Eltern den Fähigkeiten ihrer Kinder vertrauen und ihnen im Rahmen ihrer Fähigkeiten größtmögliche Selbstständigkeit zugestehen. Für das Mobilitätsverhalten der Eltern gilt dasselbe wie für Lehrerschaft und Schulleitung - es hat eine wichtige Vorbildfunktion für die Kinder.

 

Kommunen/Schulträger

Der Schulträger (meist die Kommune selbst) hat die Möglichkeit, bauliche Maßnahmen am Schulgebäude und auf dem Schulgelände durchzuführen. Dazu gehören die Schaffung von Fahrradabstellanlagen und die Umwidmung von Pkw-Stellplätzen. Weiterhin kann das Mobilitätsmanagement finanziell oder personell unterstützt werden. Die Kommune hat vielfältige Möglichkeiten zur fußgänger- und fahrradfreundlichen Umgestaltung der Straßen und Wege im Schulumfeld sowie zur Beeinflussung der Anbindung der Schule an den Öffentlichen Verkehr.

 

Verkehrsunternehmen:

Die Verkehrsunternehmen können durch Abstimmung der Fahrpläne und Unterrichtszeiten sowie durch moderne, schülergerechte Busse und die Bereitstellung von ausreichenden Beförderungskapazitäten entscheidenden Einfluss auf die Wahrnehmung des öffentlichen Verkehrs durch die Schülerinnen und Schüler nehmen. Weitere Maßnahmen um den ÖPNV attraktiv zu machen sind günstige Tickets (evtl. gemeinsam mit der Verkehrsgemeinschaft/dem Verkehrsverbund) oder die Veranstaltung von Aktionstagen (z. B. selbst Bus fahren). Auch die Lehrerschaft sollte aufgrund der zu erwartenden Multiplikatoreffekte besondere Zielgruppe der Verkehrsunternehmen sein (Job-Ticket).

 

Weitere Partner

Zu den weiteren bewährten Partnern im Mobilitätsmanagement gehören bei der Verkehrssicherheitsarbeit z. B. Polizei, Verkehrswacht, Unfallkassen. Auch die im Mobilitätsbereich tätigen Verbände wie VCD, ADFC und ADAC sind auf diesem Gebiet tätig und haben Ansprechpartner vor Ort. Kreativen Kooperationen sind vor Ort keine Grenzen gesetzt.