Schulisches Mobilitätsmanagement und Angebote für Kinder

Vielerorts werden durch den Trend zum „transportierten Kind“ die Bewegungsmöglichkeiten für Kinder immer weiter eingeschränkt. Die Auswirkungen auf Koordinationsfähigkeit, Körperhaltung und Körpergewicht sowie die sozialen Auswirkungen sind deutlich. Der Schule kommt bei Maßnahmen zur sicheren Gestaltung von Kinderwegen und Kinderräumen eine zentrale Doppelrolle zu – als Vermittlungs- und Lehrort für Wissen, aber auch als Verkehrserzeuger.

Durch entsprechende Programme und praktische Maßnahmen können Kinder früh lernen, dass sich Mobilität sehr vielfältig gestalten lässt. Die klassische Verkehrserziehung wird ergänzt durch Inhalte zu Mobilität und Verkehr im Sinne der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung. Die heute im Kindes- und Jugendalter erworbenen Mobilitätskompetenzen wirken sich darauf aus, wie die Erwachsenen der Zukunft mobil sein werden.

Neben der Behandlung im Unterricht stellen die Wege zur Schule ebenfalls ein wichtiges Handlungsfeld des schulischen Mobilitätsmanagements dar. Hier sind auch die Kommunen in ihrer Rolle als Schulträger, als Straßenverkehrsbehörden sowie als Akteure der Sozial-, Stadt- und Verkehrsplanung gefordert. Durch abgestimmtes Vorgehen kann ein wesentlicher Beitrag zu einer sicheren, nachhaltigen Mobilität für die Jüngeren geleistet werden.

Im Herbst 2014 startete NRW-Verkehrsminister Michael Groschek die Kampagne „Mehr Freiraum für Kinder. Ein Gewinn für alle!“. Ziel war und ist es, Kommunen und Landkreise in Nordrhein-Westfalen zu motivieren, Kindern wieder mehr sicheren Spiel- und Bewegungsraum in der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Denn viele Studien zeigen: Kinder, die sich frei bewegen und ihre Wege alleine zurücklegen können, sind gesund, selbstbewusst und sozialkompetent.

In einer ersten Förderperiode, die von 2015 bis 2016 lief, wurden zehn Kommunen in NRW (Alfter, Bergisch Gladbach, Bielefeld, Bonn, Bottrop, Duisburg, Essen, Euskirchen, Oberhausen und Rommerskirchen) sowohl bei der Umsetzung kleinräumiger oder temporärer Maßnahmen als auch bei der Entwicklung umfassender planerischer Ansätze durch das Planungsbüro STADTKINDER und die Koordinierungsstellen des Zukunftsnetz Mobilität NRW unterstützt. Zwölf weitere Kommunen (Bad Driburg, Bad Münstereifel, Bocholt, Bornheim, Brühl, Ibbenbühren, Jülich, Marl, Merzenich, Mülheim a. d. R., Soest und Waldbröl) erhalten seit 2016 eine individuelle Begleitung bei der Entwicklung von Konzepten für eine kinderfreundliche Stadt- und Verkehrsgestaltung.

Die Broschüre zu dieser Landeskampagne finden Sie hier: http://www.zukunftsnetz-mobilitaet.nrw.de/sites/default/files/downloads/vrs_kinderraume_leitfaden_nachdruck_2015_web.pdf

Bei einem Fachaustausch am 06. April 2017 in Düsseldorf stellten die zehn Kommunen der ersten Förderperiode der Kampagne „Mehr Freiraum für Kinder“ die Schwerpunkte ihrer Konzepte und bereits umgesetzte Maßnahmen vor. Die Steckbriefe der teilnehmenden Kommunen mit Informationen zum Projektverlauf sowie eine Kurzdokumentation der Veranstaltung am 06. April 2017 finden Sie hier: http://www.zukunftsnetz-mobilitaet.nrw.de/infothek/aktuelles/mehr-freiraum-fuer-kinder-ergebnisse-der-ersten-foerderperiode

Im Rahmen der Kampagne „Mehr Freiraum für Kinder – Ein Gewinn für alle!“ (siehe auch: www.mehr-freiraum-fuer-kinder.de) ist der Leitfaden „Spielstraßen auf Zeit“ erschienen. Sie finden ihn zum Download hier: http://www.zukunftsnetz-mobilitaet.nrw.de/sites/default/files/downloads/vrs_handreichung_final_web.pdf

Weitere Informationen zu Hintergründen und Inhalten der Kampagne sowie zu den (Zwischen-)Ergebnissen aus den betreuten Kommunen sind online unter www.mehr-freiraum-fuer-kinder.de verfügbar.

Worum es bei der Kampagne „Mehr Freiraum für Kinder“ geht:

Ein breiter Gehweg, ein ruhiger Straßenabschnitt, eine Wiese, ein Innenhof oder ein Garagenvorplatz: Sobald eine freie Fläche zur Verfügung steht, nehmen Kinder sie in Besitz und machen sie zum Spielraum. Fernsehen, Computer oder Playstation verlieren ihren Reiz, wenn draußen etwas los ist, Bälle fliegen oder die Straßenkreide ausgepackt wird.
Viele Kommunen in Nordrhein-Westfalen haben bereits angefangen, sichere Spiel- und Bewegungsräume für ihre Kinder zu schaffen und zurückzuerobern. Der Arbeitskreis Verkehrssicherheit des Landes NRW unterstützt und verstärkt dieses Engagement nun mit der Kampagne „Mehr Freiraum für Kinder. Ein Gewinn für alle!“ Ziel der Kampagne ist es, die Bedeutung des Themas hervorzuheben und Kommunen darin zu unterstützen, Kinderinteressen bei allen Planungsmaßnahmen zu berücksichtigen. Dafür möchte der Arbeitskreis gute Initiativen bekannter machen und einfache Maßnahmen vorstellen.

Die offizielle Internetpräsentation dieser Landeskampagne finden Sie hier.

Das „Verkehrszähmer-Programm“ ist ein ganzheitliches Schulwegkonzept für Grundschulen. Ziel ist, dass wieder mehr Kinder zu Fuß zur Schule gehen und lernen selbstständig, sicher und eigenverantwortlich mobil zu sein. Das Programm leistet damit einen Beitrag zur Bildung für eine nachhaltige Entwicklung.

Die  Schülerinnen und Schüler können als „Verkehrszähmer“ die „gefährlichen Drachenautos“ bändigen, indem sie auf das „Elterntaxi“ verzichten und alleine oder in Gruppen zu Fuß  zur Schule gehen.

Dafür erhalten die Kinder „Zaubersterne“, die sie gemeinsam beispielsweise gegen verlängerte Pausen oder Spielstunden eintauschen können.

Gerne unterstützen die Koordinierungsstellen bei der Einführung des „Verkehrszähmer-Programms“ an Ihrer Schule bzw. in Ihrer Kommune.

Zur weiteren Information finden Sie den Infoflyer und den Leitfaden "Verkehrszähmer" hier zum Download.

Das Zukunftsnetz Mobilität NRW fördert das selbständige und sichere Unterwegssein von Kindern im Sinne einer nachhaltigen Mobilitätsentwicklung. Die Förderung des Radfahrens ist ein wesentlicher Teil der Bildung für nachhaltige Entwicklung. Klar ist: Kinder wollen sich bewegen! Wer diese Motivation zu nutzen weiß und sich an neue attraktive Unterrichtskonzepte wagt, kann viel am Mobilitätsverhalten der Kinder verändern.

Gemeinsam mit der Deutschen Sporthochschule Köln hat das Zukunftsnetz Mobilität NRW im Jahr 2014 das Konzept "Radfahren in der Grundschule" entwickelt. Es besteht aus einer Online-Plattform und einer praxisorietierten Fortbildung für Grundschullehrer_innen.

Das Online-Portal "Radfahren in der Grundschule" richtet sich an Lehrerinnen und Lehrer an Grundschulen, die bereits Erfahrungen mit den Themen Fahrradtraining und Fahrradausbildung gemacht haben oder neu in die Mobilitätsbildung einsteigen möchten. Ziel ist die Verbesserung der Radfertigkeiten durch Aufgaben und Spiele mit dem viel Freude und Bewegungszeit auf dem Rad. Auf der Webseite finden Lehrerinnen und Lehrer methodische und praktische Unterstützung, eine Schulklasse sicher mit und auf dem Rad zu bewegen.

Hier finden Sie den Flyer zur Online-Plattform.

In der eintägigen Fortbildung vermitteln Radfahrexperten Übungen und Spiele, Ideen für einen Fahrradparcours, Rechtswissen, Sicherheitstipps und Hintergrundwissen zu Radtouren. Auch eine Schulklasse auf dem Rad kann beobachtet werden. Schwerpunkt ist jedoch das eigene „erfahren“ der Übungen. Mit diesem Handwerkszeug können Pädagogen ein kindgerechtes Training in der Schule anbieten.

Kinderunfallkommissionen – auch Netzwerke zur Reduzierung von Kinderunfällen, Runder Tische Kindersicherheit etc. genannt - sind die Lobby für Kinder in Mobilitätsfragen auf kommunaler Ebene. Sie setzen sich zusammen aus Mitarbeitern der Kommunalverwaltung, der Polizei, den Schulen sowie Privatpersonen oder anderen Gruppen und sind daher das Kompetenzteam zur Förderung einer sicheren und eigenständigen Kindermobilität.

Die Geschäftsstelle des „Zukunftsnetz Mobilität NRW“ ist gleichzeitig auch Geschäftsstelle für das seit 2005 jährlich stattfindende bundesweite Treffen der Kinderunfallkommissionen. Hier treffen sich regelmäßig die Mitglieder bestehender Netzwerke sowie weitere Interessierte zum Erfahrungsaustausch.

Das zwölfte Treffen, welches im November 2016 im Verkehrsministerium in Düsseldorf stattfand, stand unter dem Motto „StVO und Kinderinteressen – Chancen und Grenzen einer kinderfreundlichen Verkehrsraumgestaltung“. Die Vorträge und einige Impressionen der Veranstaltung finden Sie unter folgendem Link: https://my.syncplicity.com/share/uxkydemzknoaiof/Dokumentation%20Treffen%20KiUK%202016

Chefsache: Kinder sicher unterwegs“ war der Titel des elften bundesweiten Treffens der Kinderunfallkommissionen im November 2015 in Brühl. Die Tagungsdokumentation finden Sie hier: https://my.syncplicity.com/share/iwlakctobodht9o/KIUK_2015_Tagungsdokumentation

 

Die Wirksamkeit der Verkehrssicherheitsarbeit bei Kindern und Jugendlichen hängt entscheidend davon ab, dass auf lokaler Ebene gute und umfassende Zusammenarbeit geleistet wird.  Um den Kommunen Unterstützungshilfe zum Aufbau einer vernetzen Zusammenarbeit zu bieten, hat die Geschäftsstelle die „Handlungsempfehlungen zur Einrichtung von Kinderunfallkommissionen“ herausgegeben. Schritt für Schritt wird hier erklärt, wie die Institutionalisierung einer Kinderunfallkommission gelingen kann, um Kindern und Jugendlichen eine sichere und selbstständige Mobilität in den Kommunen zu ermöglichen. Den Download finden Sie hier: http://www.zukunftsnetz-mobilitaet.nrw.de/sites/default/files/downloads/2015_kiuk_handlungsempfehlungen.pdf

 

Bei Fragen zur Arbeit von Kinderunfallkommissionen, zu den bundesweiten Treffen oder bei Interesse an der Dokumentation früherer Veranstaltungen, können Sie sich direkt an die Geschäftsstelle für das bundesweite Treffen der KIUK wenden.